„The future is now“ – Reform des Ausbildungscurriculums in einem BFW

Bei diesem Vorhaben handelt es sich – wie bereits bei dem Projekt „Modularisierung und Handlungsorientierung“ - um eine Kooperation in Zusammenarbeit mit einer Institution der beruflichen Rehabilitation. Das Projekt befasst sich mit der Durchführung der Umgestaltung der Ausbildungskonzeption eines Berufsförderungswerks (BFW) hin zu einem modu­larisierten, handlungsorientierten Qualifizierungsangebots aller Ausbildungsgänge. Insofern zielt es auf den gleichen Erfolg wie das Projekt „Modularisierung und Handlungsorientierung“, geht aber hinsichtlich seines Umfangs darüber hinaus und beschreitet in der Umsetzung einen anderen Weg.

Das Gesamtprojekt zielt darauf ab, die Curricula der sogenannten Lernorte im BFW so umzugestalten, dass das bisherige fächerorientierte, sequenzierte Curriculum durch ein kompetenzorientiertes, modularisiertes Ausbildungskonzept auf Basis handlungsorientierter Didaktik ersetzt wird. Damit wird auf Basis der Einhaltung und Sicherstellung der Integrations- und Qualitätsziele des BFW eine pädagogisch sinnvolle Ausbildung ermöglicht, die die bisher in der Ausbildungskonzeption feststellbaren Einschränkungen hinsichtlich der Vermittlung von beruflicher Handlungskompetenz einerseits auf Ebene der Bildungsgänge und andererseits auf Ebene der Mitarbeiter aufhebt. Die curriculare Umgestaltung umfasst

  • die Verbesserung der Möglichkeiten zur Individualisierung von Qualifizierungsverläufen
  • die Schaffung von Modulen, die als Teile von Qualifizierungsmaßnahmen wie bspw. Umschulungen einzeln oder in Kombination mit anderen Modulen dazu befähigen, mit dadurch erworbenen Teilqualifikationen beschäftigungs- und konkurrenzfähig zu sein und am Arbeitsmarkt erfolgreich zu werden
  • die Einbeziehung von Unternehmen in die Konzeption und Durchführung von Qualifizierungsverläufen durch die Verzahnung von Theorie und Praxis mittels Simulation betrieblicher Phasen bzw. durch Einbeziehung betrieblicher Qualifizierungsphasen bei der Erstellung von Curricula und Qualifizierungsplanung
  • die Einbeziehung der Möglichkeit, den Lernerfolg unter Verwendung technischer Medien zu gewährleisten

Die Umstrukturierung aller Bildungsgänge ist erfolgt. Die im Vorfeld vorgesehene Weiterbildung der Teamleiter ist im Zuge einer Schulungsmaßnahme im Umfang von 32 Zeitstunden ebenfalls erfolgt. Zusätzlich wurden die Teamleiter bei der Erstellung der Modulhandbücher durch den Projektleiter im Rahmen eines Coachings begleitet. Diese Coachingmaßnahme umfasste insgesamt 72 Stunden, zusätzlich kam die Dokumentenanalyse der curricularen Materialien und die abschließende Kontrolle der Modulhandbücher dazu.

Die Umsetzung der Modularisierung erfolgt insbesondere in Form von Einzelcoachings der Teamleiter, so dass die eigentliche Entwicklung des Curriculums nicht von außen vorgeschrieben wird, sondern gleichsam von innen heraus erfolgt. Im Vorfeld wurden Mitarbeiterweiterbildungen durchgeführt, die auf Basis allgemeiner psychologischer und didaktischer Grundlagen zur fachdidaktischen und fachmethodischen Umsetzung eines handlungsorientierten Curriculums führen. Am Ende des Weiterbildungskonzepts sind die Mitarbeiter dazu in der Lage, den Anforderungen an eine handlungsorientierte Ausbildung in Anlehnung an die Vorgaben der KMK an ein lernfeldorientiertes Konzept zu entsprechen.

Das Projekt ist hinsichtlich der Umsetzung der Curriculumentwicklung der Bildungsgänge abgeschlossen. Die Weiterbildungen der Teamleiter sind ebenfalls bereits abgeschlossen. Eine Projektfortsetzung in Form von fortlaufendem Coaching (auch neu hinzukommenden Lehrpersonals) ist in Planung. Bei erfolgreicher Implementierung ist ein Erkenntnistransfer auf weitere Berufsförderungswerke vorgesehen. Aktuell beginnt eine Phase der Datenerhebung, um den Erfolg der Umstrukturierungsmaßnahme zu evaluieren. Hierzu sind halbstandardisierte Interviews der Teamleiter, des Ausbildungspersonals und der Rehabilitanden vorgesehen, um die strukturell verschiedenen Sichtweisen auf die Curriculumrevision zu messen.

Modularisierung und Handlungsorientierung – Curriculumreform der kaufmännischen Ausbildungsgänge eines Berufsförderungswerks

Bei diesem Vorhaben handelt es sich um ein bereits abgeschlossenes Projekt in Zusammenarbeit mit einer Institution der beruflichen Rehabilitation. Das Projekt befasst sich mit der Umgestaltung der Ausbildungskonzeption eines Berufsförderungswerks (BFW) hin zu einem modu­larisierten, handlungsorientierten Qualifizierungsangebots der kaufmännischen Ausbildungsgänge.

Der Bereich der kaufmännischen Ausbildungsgänge wurde curricular so umgestaltet, dass das bisherige fächerorientierte, sequenzierte Curriculum durch ein kompetenzorientiertes, modularisiertes Ausbildungskonzept auf Basis handlungsorientierter Didaktik ersetzt wurde. Damit wurde auf Basis der Einhaltung und Sicherstellung der Integrations- und Qualitätsziele des BFW und unter Berücksichtigung von Teilnehmer- und Auftraggeberinteressen eine sowohl pädagogisch als auch betriebswirtschaftlich sinnvolle Ausbildung ermöglicht, die die bisher in der Ausbildungskonzeption feststellbaren Einschränkungen hinsichtlich der Vermittlung von beruflicher Handlungskompetenz einerseits auf Ebene der Bildungsgänge und andererseits auf Ebene der Mitarbeiter aufhebt. Anschließend wurde auf Basis der Integrationsquote und der Verbleibdaten der Rehabilitanden der Erfolg dieser Umstrukturierungsmaßnahme evaluiert. Die curriculare Umgestaltung umfasst

  • die Verbesserung der Möglichkeiten zur Individualisierung von Qualifizierungsverläufen
  • die Schaffung von Modulen, die als Teile von Qualifizierungsmaßnahmen, wie bspw. Umschulungen einzeln oder in Kombination mit anderen Modulen, dazu befähigen, mit dadurch erworbenen Teilqualifikationen beschäftigungs- und konkurrenzfähig zu sein und am Arbeitsmarkt erfolgreich zu werden
  • die Einbeziehung von Unternehmen in die Konzeption und Durchführung von Qualifizierungsverläufen durch die Verzahnung von Theorie und Praxis mittels Simulation betrieblicher Phasen bzw. durch Einbeziehung betrieblicher Qualifizierungsphasen bei der Erstellung von Curricula und Qualifizierungsplanung
  • die Einbeziehung der Möglichkeit, den Lernerfolg unter Verwendung technischer Medien zu gewährleisten

Es wurden bereits alle kaufmännischen Ausbildungsgänge vollständig modularisiert, die Erstellung der erforderlichen Modulhandbücher ist erfolgt. Der erste modularisierte Ausbildungsgang (Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement) startete im Januar 2015. Derzeit läuft die Implementation der anderen kaufmännischen Bildungsgänge.

Die Umsetzung der Modularisierung erfolgte insbesondere in Form von Projektworkshops, so dass die eigentliche Entwicklung des Curriculums nicht von außen vorgeschrieben wird, sondern gleichsam von innen heraus erfolgt. Gleichzeitig wurden Mitarbeiterweiterbildungen angeboten, die auf Basis allgemeiner psychologischer und didaktischer Grundlagen zur fachdidaktischer und fachmethodischer Umsetzung führen. Am Ende des Weiterbildungskonzepts sind die Mitarbeiter dazu in der Lage, den Anforderungen an eine handlungsorientierte Ausbildung in Anlehnung an die Vorgaben der KMK an ein lernfeldorientiertes Konzept zu entsprechen.

Das Projekt ist hinsichtlich der Umsetzung der Curriculumentwicklung der kaufmännischen Bildungsgänge abgeschlossen. Die Weiterbildungen der Führungskräfte sind ebenfalls bereits abgeschlossen, die Weiterbildungen des Lehrpersonals werden derzeit projektiert. Eine Projektfortsetzung in Form von fortlaufender Weiterbildung neu hinzukommenden Lehrpersonals, der Führungskräfte auf Bereichsleiterebene sowie in Form der Modularisierung weiterer Berufsausbildungsbereiche (hier ist zunächst das Berufsfeld der verwaltenden Berufe in den Blick genommen) ist in Planung. Bei erfolgreicher Implementierung ist ein Erkenntnistransfer auf andere Berufsförderungswerke vorgesehen.

CUA im BFW - Entwicklung eines computerbasierten Ausbildungsunterstützungskonzepts

Bei diesem Projekt geht es um die Entwicklung eines computerbasierten Ausbildungsunterstützungskonzepts für die kaufmännischen Bildungsgänge eines Berufsförderungswerks (BFW) im Rahmen eines computergestützten „Integrierten Lern-, Informations- und Arbeitskooperationssystems“ (ILIAS), seine Implementation sowie die Evaluation des Maßnahmenerfolgs. Das erste Teilprojekt konzentriert sich zunächst auf die Umsetzung eines von insgesamt sieben kaufmännischen Ausbildungsgängen.

Das Projekt basiert auf der vorher erfolgten Umstrukturierung des Curriculums des BFW (vgl. das Projekt „Modularisierung und Handlungsorientierung“) und zielt darauf ab, ein computerbasiertes Ausbildungsunterstützungskonzept zu entwickeln, dessen Basis auf der modularisierten Ausbildungskonzeption der kaufmännischen Bildungsgänge ruht, dieses System zu implementieren und seinen Erfolg im Rahmen einer Querschnittsstudie zu evaluieren.

Dazu wurden zunächst Unterrichtsmedien erstellt, die von Lehrkräften zur Unterrichtsvorbereitung und -durchführung und von den Rehabilitandinnen und Rehabilitanden zur Nachbereitung, zur Prüfungsvorbereitung sowie im Kontext selbstgesteuerten Lernens genutzt werden können. Dieses computerunterstütze Ausbildungsunterstützungskonzept und die damit verbundene Bereitstellung von Unterrichtsmaterialien spricht unterschiedliche Zielgruppen an und verfolgt vielfache Zielsetzungen: So soll erstens der Zielgruppe der Rehabilitandinnen und Rehabilitanden die Möglichkeit geboten werden,

  • im Zuge eigenverantwortlichen, selbstgesteuerten und selbstorganisierten Lernens jene Unterrichtsinhalte nachzuarbeiten und zu vertiefen, die während der Präsenzzeiten lehrergesteuert bearbeitet werden. Somit dienen diese computergestützten Materialien insbesondere der Entwicklung jener Kompetenzen, die auf eigenständiges Lernen ausgerichtet und so im Rahmen der jeweiligen Module als Zielerwartungen formuliert sind.
  • sich im Zuge des Durcharbeitens von Prüfungseinheiten in die Lage zu versetzen, den Stand der im jeweiligen Modul erwarteten Kompetenzzuwächse zu analysieren und sich dadurch auf Modulprüfungen vorzubereiten.

Zweitens dient das Unterstützungssystem ILIAS der Zielgruppe der Lehrkräfte

  • als Plattform des gegenseitigen Austauschs, wie er bspw. im Rahmen der Modulverantwortung erforderlich ist,
  • als Basis für die gemeinsame, teamorientierte Unterrichtsplanung im Rahmen handlungs- und projektorientierter Unterrichtsmethodik,
  • als Orientierungshilfe über Lerninhalte, modulspezifisch erwartete Kompetenzen und als Quelle für Lehrmaterialien sowie
  • als Plattform für die Erstellung von handlungsorientierten Unterrichtsmaterialien (wie bspw. der Planspielentwicklung) innerhalb der Lehrerteams.

 

Drittens ist in Kombination der Bedürfnisse dieser beiden Zielgruppen die Unterrichtsunterstützung mittels ILIAS als Lehrmedium vorgesehen, wobei die Lehrkräfte die Verwendung des computergestützten Systems im Sinne eines „Blended Learning“ in ihren Unterricht integrieren. Durch die derartig mögliche Verbindung von lehrer- mit selbstgesteuerten Lernphasen unter Rückgriff auf die elektronisch bereitgestellten Lehr-, Lern-, Übungs- und Prüfmaterialien wird es möglich, eine für den lernenden Menschen bedeutsame Kompetenzdiskrepanz in individuell wichtigen, gesellschaftlichen Lebenszusammenhängen zu überwinden und eine von Eigenaktivität und Motivation geprägte Teilhabe an beruflicher Praxis zu erreichen. Dementsprechend verwendet entsprechen angeleitete bzw. didaktisch gesteuerte computergestützte Lern- und Arbeitsphasen im Sinne des „Blended Learning“ den Grundsätzen kompetenzorientierten Lehrens und Lernens gem. den Anforderungen an die berufliche Rehabilitation, indem sie

  • fächerübergreifend (und damit moduladäquat) selbstgesteuertes und eigenorganisiertes Lernen fördern,
  • Unterricht abwechslungsreich gestalten und
  • dem Gedanken handlungsorientierten Vorgehens entsprechen, Lerner vor komplexe Probleme zu stellen.

Viertens bietet die Verfügbarkeit eines wie oben beschriebenen computergestützten Lehr-Lernsystems durch die Bereitstellung von Lern- und Übungsmaterialien solchen Rehabilitandinnen und Rehabilitanden, die im Zuge informeller Lernprozesse (wie bspw. vorberufliche Erfahrungen, Praktika, ...) bereits über Teilkompetenzen verfügen, die in den jeweiligen Modulen als Zielvorstellung genannt sind, die Möglichkeit, noch fehlende Kompetenzen selbstgesteuert zu erwerben, ohne das vollständige Modul von Anfang an durchlaufen zu müssen. Diese Nutzungsmöglichkeit bietet den Lehrkräften Entlastung im Unterricht, verringert das Aufkommen von Unterrichtsstörungen durch unmotivierte, weil unterforderte Lerner und unterstützt in besonderem Maße die horizontale Durchlässigkeit des modular aufgebauten Bildungssystems im BFW.

Die strukturelle Basis für die Erstellung von Unterrichtsmaterialien stellen die Modulhandbücher dar. Diese Arbeit ist im Rahmen des oben genannten Projekts „Modularisierung und Handlungsorientierung“ bereits durchgeführt. Eine weitere Grundlage besteht darin, die betroffenen Lehrkräfte der kaufmännischen Bildungsgänge durch Weiterbildungsmaßnahmen dazu zu befähigen, das neue, modularisierte Curriculum auf Basis handlungsorientierter Didaktik und Methodik in unterrichtliches Lehrerhandeln umzusetzen.

Die oben genannten Arbeiten, insbesondere das Entwickeln des computergestützten Lehr- und Lernsystems, erfolgt im Wesentlichen konzeptionell, wobei auf fundierte Ergebnisse empirischer Forschung zur Entwicklung computergestützter Lernumgebungen, der Entwicklung handlungsorientierter Unterrichtsmethoden (bspw. Planspiele, Rollenspiele, Fallstudien...), die mit Bezug auf die Rahmenbedingungen des BFW zu erstellen sind, zurückgegriffen wird. Die nachfolgende Forschungsarbeit, die vorrangig in der Evaluation des Maßnahmenerfolgs besteht, folgt dementsprechend erst im Anschluss. Sie fußt auf einer breiten Datenbasis, die aus einer Vollerhebung unter den Lehrkräften und den Rehabilitandinnen und Rehabilitanden besteht. Diese Erhebung wird mittels eines Hybridfragebogens erfolgen (Lehrer- und Schülerversion), der im Rahmen eines Prä-/Postdesigns eingesetzt wird und sich auf das Nutzungsverhalten der computerbasierten Medien stützt, auf die subjektive Zufriedenheit mit der Ausbildung sowie der Entwicklung der eigenen Kompetenz (Lehrer wie Lerner). Das Nutzungsverhalten wird zusätzlich durch das Computersystem selbst erhoben. Gleichzeitig werden – ebenfalls in einem Prä-/Postdesign – die Abschlussnoten der Rehabilitandinnen und Rehabilitanden erhoben, um in Verbindung mit den erhobenen Daten zum Nutzungsverhalten Rückschlüsse auf die Wirksamkeit der Ausbildungsunterstützungsmaßnahme zu ziehen.